Am 27. April 2026 beschlossen die Stadträtinnen und Stadträte in ihrer Sitzung einstimmig, Bürgermeisterin Margareta Böckh für ihr herausragendes Engagement mit der Ehrenbürgerwürde auszuzeichnen. Die feierliche Verleihung durch Oberbürgermeister Jan Rothenbacher fand im Rahmen der Stadtratsverabschiedung am 29. April 2026 statt.
Sie erhielt diese höchste Auszeichnung der Stadt als erste Frau in der Geschichte Memmingens.
Biografie
Margareta Böckh war 26 Jahre alt, als sie nach Memmingen kam. Eine studierte Lehrerin, seit drei Jahren verheiratet, die Tochter Julia war gerade mal zwei Jahre alt. Die junge Familie zog in die Heimat des Ehemannes, Josef Böckh, dessen Familie seit Generationen in Amendingen ansässig war. Die Familie hatte eine Landwirtschaft in Amendingen, war allerdings 1968 für den Autobahnbau großflächig enteignet worden.
Kennengelernt haben sich Margareta und Josef bei der Mainzer Fastnacht. Sie tanzte in der Garde, er war im Publikum. Gemeinsam wurde gefeiert, und die beiden hatten sich gefunden. Josef Böckh ging zum Studium nach Gießen, wo Margareta Volksschullehramt studierte. „Ziel war eigentlich, dass wir in Hessen bleiben. Wir haben dort auch ein Haus gebaut“, erzählt Margareta Böckh. Die Einstellungschancen für Lehrer waren damals allerdings in Bayern besser, also plante die Familie um. Während Margareta in Gießen ihr Referendariat absolvierte, ging Josef Böckh nach München, schloss dort sein Studium ab und startete in der Heimat seine Laufbahn als Lehrer und später als Schulleiter. Margareta Böckh kam 1978 nach Amendingen nach.
Wenn Margareta Böckh auf wichtige Stationen ihres Lebens zurückblickt, verbindet sie damit konkrete Orte, denen sie besonders verbunden ist, die sie geprägt haben und die sie geprägt hat. Um diese Orte zu besuchen und Erinnerungen wach werden zu lassen, sind wir im Frühjahr 2025 gemeinsam in Memmingen unterwegs. Wir halten vor dem Pfarrzentrum der katholischen Pfarrgemeinde St. Ulrich in Amendingen. In Sichtweite auf der einen Seite die barocke Pfarrkirche St. Ulrich, auf der anderen Seite das aufwändig sanierte Alte Rathaus von Amendingen. Als Stadträtin und Bürgermeisterin hat Margareta Böckh die Sanierung des Alten Rathauses Amendingen intensiv begleitet. Auf ihre Anregung hin stellte der Musikverein Amendingen sein Probenlokal für eine Erweiterung des Amendinger Kindergartens zur Verfügung und erhielt dafür im ausgebauten Dachgeschoss des Alten Rathauses einen hervorragenden neuen Probenraum. Auch der Bürgerausschuss und Amendinger Vereine erhielten im Alten Rathaus eine wertvolle Basis.
Erste Station: Pfarrheim St. Ulrich in Amendingen
„Was macht man, wenn man irgendwo fremd ist? Man bringt sich ein. Ich bin hier in den Kirchenchor gegangen“. Vertrautes Terrain für die junge Frau, die mit 14 Jahren schon im Kirchenchor ihrer Heimatgemeinde in Offheim (Stadtteil von Limburg an der Lahn) mitgesungen hat. In Amendingen gründete Margareta einen Kinderchor, mit dem sie im Laufe der Jahre viele Musicals aufführte. Sie war im Organisationsteam für Faschingsbälle der Pfarrei und startete Kinderfaschingsbälle.
Freundschaften wurden geknüpft und im zweiten Jahr in Amendingen wurde sie bereits in den Pfarrgemeinderat gewählt. Margareta Böckh war angekommen und mittendrin. 1980/81 wirkte sie als Pfarrgemeinderätin am Bau des Pfarrzentrums der Pfarrei St. Ulrich mit. Nach der Fertigstellung übernahm sie die Bewirtschaftung des Pfarrheims. Sie gründete eine Theatergruppe, die über 30 Jahre lang die Bühne des Pfarrzentrums bespielte. Und heute ist Margareta Böckh immer noch im Kirchenchor und engagiert sich in der Kirchenverwaltung. „St. Ulrich war meine erste Heimat in Amendingen. Hier entwickelten sich wunderbare Freundschaften. Das war eine schöne Zeit!“ In St. Ulrich ist Margareta Böckh bis heute zu Hause.
Auf dem Gelände des ehemaligen Bauernhofs der Familie Böckh im Herzen Amendingens hat Tochter Julia ein Wohnhaus und Geschäftsräume für ihren Juwelierbetrieb gebaut. Das Haus von Margareta und Josef Böckh steht am Ort des ehemaligen Austragshäusls. Auch ihre Söhne Sebastian und Johannes haben jeweils in der Nachbarschaft Quartier bezogen. Wenn die Großfamilie Böckh zusammenkommt, braucht es Platz für 14 Personen.
Zweite Station: Lindenschule
Die zweite Station, die Margareta Böckh für einen Rückblick ausgewählt hat, ist die Lindenschule im Memminger Osten. Wir stehen vor dem Haupteingang und Margareta Böckh erzählt von den 1980er Jahren, in denen sie täglich in diesem Gebäude ein- und ausgegangen ist. Die Lindenschule war damals eine Teilhauptschule für die Jahrgangsstufen 7, 8 und 9. Die Stufen 5 und 6 wurden an der Bismarckschule unterrichtet.
Margareta hatte im bayerischen Schuldienst einige Hürden zu überwinden. Noch in Hessen hatte das Ehepaar die Einstellungschancen für Margareta abgeklärt. Damals hieß es, sie solle ihr zweites Staatsexamen abschließen und im Rahmen einer Familienzusammenführung nach Bayern wechseln, eine Einstellung wäre dann möglich. „Ja, Pfeifendeckel! Ich bin 1978 mit meinem 2. Staatsexamen nach Bayern gekommen und habe als nebenamtliche Lehrkraft in Amendingen ein paar Stunden bekommen.“ In Hessen war die Ausbildung anders als in Bayern. Das Hauptfach musste analog zur damaligen Ausbildung der bayerischen Realschullehrer vertieft studiert werden. „Ich hatte die Vertiefung Deutsch und das Marianum suchte dringend eine Lehrkraft für Deutsch.“ Also konnte sie für mehrere Jahre eine Stelle am Gymnasium übernehmen. „Und dann kam ein Schreiben, dass sie mich nicht mehr beschäftigen dürfen, weil ich nicht die adäquate Ausbildung besitze. Ich schrieb ans Kultusministerium, welche Möglichkeiten ich hätte. Muss ich nochmal eine Prüfung machen? Muss ich nochmal ein Semester studieren? Irgendeine Option musste es doch geben.“ Sogar eine Klage wurde vorbereitet, doch zwei Tage bevor die Klage eingereicht worden wäre, kam ein Schreiben des Kultusministeriums, sie solle sich an der Lindenschule melden.
1981 trat Margareta Böckh ihren Dienst also an der Lindenschule an. Während sich im Kollegium in diesen Jahren bleibende Freundschaften entwickelten, war der Unterricht herausfordernd. „Damals kamen viele türkische Jungs an die Schule, die dachten, einer jungen Lehrerin können sie auf dem Kopf herumtanzen. Das war relativ schlimm. Ich habe mich dann auch wegbeworben und kam nach Heimertingen.“
Bis 2002 war Margareta Böckh an der Grundschule in Heimertingen tätig. Dann wurde sie Konrektorin in Memmingerberg und anschließend Rektorin in Sontheim/Attenhausen, wo sie bis 2011 blieb. „In Heimertingen und Memmingerberg habe ich jedes Jahr ein Musical aufgeführt. Ich hatte auch immer eine Theater AG und Musikgruppen. Musik und Theater waren immer meine Leidenschaft. 2011 habe ich dann im Schuldienst ganz aufgehört.“
Der Grund dafür lag in ihrem kommunalpolitischen Engagement. 2010 war Margareta Böckh vom Stadtrat zur Zweiten Bürgermeisterin der Stadt Memmingen gewählt worden. „Ein gutes halbes Jahr habe ich beides gemacht, aber Schulleitung und Bürgermeisterin, das ging einfach nicht. Ich war gerne Lehrerin und bin jeden Tag gerne in die Schule gegangen. Die Kinder kennen mich auch heute noch und ich kenne zumindest einen großen Teil meiner Schüler noch.“
Dritte Station: Kinderschutzbund Memmingen-Unterallgäu
In der Memminger Herrenstraße befindet sich die dritte Station der für Margareta Böckh besonders prägenden Orte. „Der Kinderschutzbund ist nochmal ein ganz wichtiger Baustein in meinem Leben gewesen“, resümiert sie. „1996 bin ich in den Stadtrat gekommen, damals war Erich Feiner Fraktionsvorsitzender. Er hat mich gebeten, dass ich Ruth Würfel ablösen solle, die Grand Dame des Kinderschutzbundes. 1998 bin ich zur Vorsitzenden gewählt worden.“
Das Haus in der Herrenstraße 22, in dem der Kinderschutzbund und damals auch der Internationale Frauentreff beheimatet waren, gehört der Stadt. Wir stehen im großen Innenhof und schauen das farbenfrohe Graffiti an den Wänden rundherum an. „Angefangen habe ich hier im 1. Stock mit zwei Zimmern. Mittlerweile nutzen wir den ganzen 1. Stock und im 2. Stock für den Kids-Point alle Räume zur Herrenstraße hinaus. Wir haben alles selbst gerichtet, Boden verlegt, Durchbrüche gemacht. Es war immer viel Arbeit, aber es war gut.“
20 Jahre war Margareta Böckh Vorsitzende. Mit viel Energie setzte sie sich mit ihrem Team im Kinderschutzbund für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern, Jugendlichen und deren Familien ein. Wichtige Kooperationsverträge mit der Stadt Memmingen mussten geschlossen werden. Der Kinderschutzbund bot viele Dienste an: die Sozialpädagogische Familienhilfe, den Betreuten Umgang, die Familienbetreuung oder den Kids-Point. Und der Kinderschutzbund ermöglichte Familien auch bei vielen einzelnen Aktionen zum Weltkindertag im September oder beim Adventskranzbinden im Rathaus besondere Erlebnisse und wertvolle Eindrücke. Die Vorsitzende brachte sich aktiv ein, übernahm die Betreuung der Kinder beim Begleiteten Umgang, half bei Einsätzen des beliebten Spielmobils mit und war jede Woche mindestens einen halben Tag in der Herrenstraße 22 anzutreffen.
„Sehr intensiv war immer die Vorbereitung für die Jahrmarkt-Tombola. Meistens haben wir schon im Frühjahr angefangen Firmen anzuschreiben. Das war immer ein riesiger Aufwand, aber es hat uns Geld gebracht, das wir dringend gebraucht haben – immer um die 12.000-15.000 Euro. Dazu kam ein jährlicher Zuschuss von der Stadt über 2.500 Euro.“ Die Räume waren mietfrei, alles andere musste der Verein erwirtschaften. „Der Kids-Point wurde dann von der Kinderbrücke finanziert. Für die begleiteten Umgänge haben wir Geld von den Jugendämtern bekommen. Das war für den Personalunterhalt, ansonsten haben wir von Spenden gelebt. In der Position war es natürlich hilfreich, wenn man bekannt war.“ Als Margareta Böckh den Vorsitz im Jahr 2019 abgegeben hat, wurde sie von drei Vorsitzenden abgelöst.
Vierte Station: Memminger Rathaus
Als vierte Station wählt Margareta Böckh das Memminger Rathaus. Im schmucken Bau aus dem Jahr 1589 hatte sie seit 2010 das Büro der Zweiten Bürgermeisterin im 1. Stock, direkt gegenüber dem Amtszimmer des Oberbürgermeisters.
„Nachdem ich in Amendingen immer sehr aktiv war und ein Josef Miller in Amendingen gewohnt hat, hat er gesagt: Die Frau brauchen wir! 1991 bin ich in die CSU eingetreten. Mein Mann war vorher schon Ortsvorsitzender der CSU, ich hatte ihn natürlich bei vielen Aktionen immer unterstützt.“ Schon 1991 wurde Margareta Böckh Josef Millers stellvertretende Kreisvorsitzende. 1996 wurde sie auf Anhieb in den Stadtrat gewählt. „Als Elfriede Mack bei der Bürgermeisterwahl im Jahr 1995 parteiübergreifend mit den Stimmen der Stadträtinnen zur Zweiten Bürgermeisterin gewählt wurde, war man bei der CSU nicht erfreut“, erzählt Margareta Böckh. Ein männlicher Name war für das Bürgermeisteramt vorgesehen gewesen. Elfriede Mack musste daher bei der nächsten Wahl ihren vordersten Listenplatz abgeben. „Den Platz habe ich dann bekommen, das war ein Stück weit ein gemachtes Nest. Wir sind beide in den Stadtrat reingekommen und haben einige Jahre sehr gut zusammengearbeitet, bis Elfriede Mack 2003 im Amt verstorben ist.“
Nach 14 Jahren im Stadtrat wurde Margareta Böckh im November 2010 zur Zweiten Bürgermeisterin gewählt und blieb die folgenden 15 Jahre und fünf Monate in diesem Amt. 2014 und 2020 wurde sie vom Stadtrat im Bürgermeisteramt bestätigt. Bei den Kommunalwahlen 2026 tritt sie nicht mehr an. Mit 74 Jahren ist der Ruhestand wohlverdient.
Die Fenster ihres Amtszimmers öffnen sich zum Marktplatz. Über einem Stuhl liegt eine bunte gestrickte Decke. „2017 habe ich dieses schöne Strickwerk von den Damen der Kulturverstrickungen geschenkt bekommen. Eine schöne Erinnerung an viele gemeinsame Projekte“, erzählt Margareta Böckh. Ihr Schreibtisch steht im Erker. Die Tür des Amtszimmers steht meist offen.
Margareta Böckh hat mit vier Oberbürgermeistern zusammengearbeitet und ihre Rolle als Zweite Bürgermeisterin dabei immer wieder neu definiert: mit Dr. Ivo Holzinger (SPD) bis November 2016, wenige Wochen mit Markus Kennerknecht (SPD), sechs Jahre lang mit Manfred Schilder (CSU) und seit 2023 mit Jan Rothenbacher (SPD). Das viertel Jahr der Vakanz im Amt des Oberbürgermeisters nach dem plötzlichen Tod von Markus Kennerknecht von Ende Dezember 2016 bis zur Neuwahl im Frühjahr 2017 war eine besondere Herausforderung für Margareta Böckh. „Wir hatten einen sehr engen Austausch mit den Referatsleitungen. Natürlich war ich auf Informationen und eine enge Zusammenarbeit angewiesen.“
Wenn sie sich am Ende ihrer fünften Amtsperiode im April 2026 aus der Kommunalpolitik verabschiedet, war Margareta Böckh 30 Jahre lang Stadträtin und 15½ Jahre lang Bürgermeisterin. Und beinahe hätte sie eine Chance gehabt, die erste Oberbürgermeisterin Memmingens zu werden. Als Oberbürgermeister Markus Kennerknecht am 28. Dezember 2016 plötzlich und völlig unerwartet verstarb, musste die Zweite Bürgermeisterin die Amtsgeschäfte im Rathaus übernehmen. Neuwahlen wurden innerhalb der vorgeschriebenen Drei-Monats-Frist für den 19. März 2017 angesetzt. Die Parteien mussten in höchster Eile Kandidaten finden. Wer sollte für die CSU antreten? Eine Kandidatur von Margareta Böckh lag nahe, aber es gab ein Problem: Am 23. März 2017 wurde Margareta Böckh 65 Jahre alt und sie hätte mit 64 Jahren zwar zur Oberbürgermeisterwahl, mit 65 Jahren aber entsprechend der damals geltenden Regelung nicht mehr zu einer möglichen Stichwahl antreten dürfen. Die CSU stellte Manfred Schilder auf, der am 19. März 2017 mit 51,54 Prozent im ersten Wahlgang gewählt wurde. Für Margareta Böckh war der neue Oberbürgermeister nicht nur Parteikollege, sie war ihm auch freundschaftlich verbunden. Es folgten sechs Jahre einer vertrauensvollen Zusammenarbeit. Jahre, die auch durch die Corona-Pandemie geprägt waren. „Corona hat uns eine extrem schwierige Zeit im Rathaus gebracht“, erzählt die Bürgermeisterin.
Über die Jahre konnte Margareta Böckh viel bewirken, sie trat für ungezählte Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ein und arbeitete bei allen kommunalpolitischen Meinungsverschiedenheiten konstruktiv, fair und in einem demokratischen Miteinander mit allen Stadtratsfraktionen zusammen. Und sie hatte einen großen Rückhalt in der Bürgerschaft, wie ihre hervorragenden Wahlergebnisse zeigten. Bei den Kommunalwahlen 2014 und 2020 war sie jeweils Stimmenkönigin, das heißt sie erhielt die meisten Stimmen unter allen Kandidatinnen und Kandidaten für den Memminger Stadtrat (2014: 8.156 Stimmen; 2020: 9.058 Stimmen).
Viele Entscheidungen, die täglich im Rathaus getroffen werden, konnte sie mitprägen. „Ich kann nicht sagen, dass das neue Klinikum oder das neue Bad auf meine Kappe gehen, aber es sind viele kleine Dinge, zu denen ich einen Beitrag leisten konnte“, resümiert die Bürgermeisterin. Sie hat den Babyempfang eingeführt, um die jüngsten Memmingerinnen und Memminger feierlich willkommen zu heißen und junge Familien ins Rathaus einzuladen. „Der Babyempfang war und ist eine Herzensangelegenheit von mir.“ Sie vermittelte ein Ausweichquartier für die Mittagsbetreuung der Theodor-Heuss-Schule für die Bauzeit des Anbaus. Sie organisierte die Restaurierung des jahrhundertealten Wegkreuzes an der Bauhauskreuzung. Sie brachte sich ein in die Planungen für den Umbau und die Sanierung des Alten Rathauses Amendingen und vieles mehr.
„Was mir auch sehr wichtig ist, sind die Besuche bei unseren Seniorinnen und Senioren. Sie freuen sich riesig, man selbst erfährt unglaublich viel und die Familien wertschätzen es, wenn man sich Zeit nimmt.“ Auf Wunsch erhalten Jubilarinnen und Jubilare zum 95. Geburtstag und ab dem 100. Geburtstag Besuch. Es sind rund 150 hochbetagte Geburtstagskinder im Jahr, manchmal vier Besuche in einer Woche. Dazu kommen die diamantenen und eisernen Hochzeitspaare. „Ich höre viele Lebensgeschichten von den Menschen, die die Stadt mit aufgebaut haben. Das sind unglaubliche Schicksale in dieser Kriegsgeneration gewesen. Viele sind nach dem Zweiten Weltkrieg als Flüchtlinge mit Nichts hierhergekommen, haben sich eingebracht und etwas aufgebaut. Das ist beeindruckend!“
Mit dem Abschied von Bürgermeisterin Margareta Böckh aus der Kommunalpolitik geht eine starke weibliche politische Ära in Memmingen zu Ende.
Alexandra Wehr, 2025/2026
Zur Vita
Margareta Böckh wurde am 23. März 1952 in Elz (Kreis Limburg an der Lahn) geboren und wuchs im Limburger Stadtteil Offheim auf.
1974 heiratete sie Josef Böckh, das Paar hat drei Kinder und sechs Enkelkinder.
1978 zieht die Familie nach Memmingen/ Amendingen.
1978 – 2010: Sie unterrichtete an der Volksschule Memmingen-Amendingen, an der Elsbethenschule, am Marianum Buxheim, an der Lindenschule, an den Volksschulen in Heimertingen und Memmingerberg und war ab 2007 Rektorin der Volksschule Sontheim/ Attenhausen.
1979 Wahl in den Pfarrgemeinderat von St. Ulrich Amendingen, über Jahrzehnte übernahm sie viele Dienste und Aufgaben in der Pfarrei
1981 Sie war Gründungsmitglied und langjährige Leiterin der Mundartbühne Amendingen
1991 trat sie in die CSU ein und übernahm zahlreiche Ämter, u.a. stellvertretende. Kreisvorsitzende des CSU-Kreisverbands, Kreisvorsitzende Frauen-Union Memmingen; seit 2019 Ehrenvorsitzende der Frauen-Union Schwaben
Margareta Böckh engagiert sich in zahlreichen Vereinen; Europa-Union, Musikverein Amendingen, Fischertagsverein, Förderverein Parterretheater im Künerhaus (PIK), Historischer Verein, Bayern Fanclub
1996 Wahl in den Memminger Stadtrat, Wiederwahl 2002, 2008, 2014, 2020. 2026 tritt sie mit 74 Jahren nicht mehr zur Wahl an.
1998-2019 1. Vorsitzende des Kinderschutzbundes Memmingen- Unterallgäu
2010 Wahl zur Zweiten Bürgermeisterin durch den Stadtrat, Wiederwahl 2014 und 2020.
2018 Sie wurde mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
2022 wurde Margareta Böckh der Ehrenring der Stadt Memmingen verliehen.
2026 Die Stadt Memmingen verleiht Margareta Böckh mit der Ehrenbürgerwürde die höchste Auszeichnung der Stadt.
Margareta Böckh ist Ehefrau und Mutter, Lehrerin, Schulleiterin, Katholikin, vielseitig ehrenamtlich engagierte Frau, Schauspielerin, Sängerin und Alt-Solistin, Kommunalpolitikerin, Stadträtin, Bürgermeisterin und Ehrenbürgerin der Stadt Memmingen
